Tag 5 – Erster Trainingstag

04.Oktober 2010:

Tag 5 – Erster Trainingstag

6:30 – der Wecker klingelt mich aus dem Bett und erinnert mich an meiner erste Trainingseinheit in Thailand. Noch nicht ganz wach mache ich mir Frühstück: Zwei Toast mit Fleischwurst (juhuu – im 7/11 ergattert! 🙂 ), ein Glas OSaft, ein Glas Milch.

06:50 – Auf zum Dragon Gym. Das ist praktischerweise gleich um die Ecke.
Drei Ringe und zwei Trainingsbereiche mit verschiedenen Sandsäcken drumherum bieten viel Platz für hartes Training. Das bekomme ich auch gleich zu spüren.

„Dam“ nimmt sich meiner sofort an. Da das Wetter unsicher ist, brauche ich am ersten Tag noch nicht laufen zu gehen, bekomme dafür aber 15min. Seil springen aufgebrummt. >Kenne ich ja vom Training zuhause.<, denke ich mir und lege los.
Bereits nach zwei Minuten bin ich jedoch schon durchgeschwitzt. Die Luftfeuchtigkeit, in der Regenzeit sowieso höher als sonst, ist heute besonders hoch und lässt mich schon bald aussehen, als hätte ich mit voller Montur geduscht!

Dann kommen fünf Runden Schattenboxen. Sofort stehen drei Thais um mich herum und korrigieren hier und da Haltungsfehler, Fußstellungen und Bewegungsabläufe. Ich bin nämlich im Moment neben zwei weiteren „Falangs“ der einzige „Student“ im Gym, da bekomme ich also nun Doppel-Privattraining zum Preis des normalen… 🙂

Ich hätte nicht gedacht, dass Schattenboxen einmal so anstrengend werden kann und schiebe alles auf das thailändische Klima. (Na klar! 😛 ) Nach dem Schattenboxen bekomme ich von Dam die Bandagen gebunden. Thai-Style versteht sich; heißt: schön fest und an den Knöcheln so dick gepolstert, wie es nur die Thais hinkriegen…

Es folgen fünf Runden an der Pratze. Wieder wird jede einzelne Bewegung korrigiert, andere neue vor- und nachgemacht. Der Trainer schaut aber immer zu, dass ich nach jeder Runde mindestens zwei Schluck aus meiner Wasserflasche nehme… denn Wasser verliere ich im Moment sehr viel 😉

Eine europäische Frau, die Muay Thai trainiert, scheint hier recht exotisch zu sein und lockt nun auch weitere Thais in den Trainingsbereich. Die schauen mich alle so komisch an!!

Nach fünf Runden an den Schlagpolstern habe ich das Gefühl, gleich umzufallen. Dam schickt mich an einen Boxsack. Jetzt heißt es, die Techniken von gerade eben selbständig zu wiederholen. Aber Dam geht nicht um sich um jemanden anders zu kümmern (ist ja keiner da), sondern bleibt hinter mir stehen und beobachtet jede einzelne Bewegung von mir. Meine Kicks gefallen ihm schon recht gut (hab ja grad auch gelernt, wie man noch mehr Power reinlegt!!) nur hin und wieder erinnert er mich mit „More Hip!“ und „Forward!“ daran, nicht nachzulassen. An meinen Ellebogen-Attacken hat er komischerweise gar nichts auszusetzen, dafür aber an meinen Knietritten um so mehr.

Nach fünf Runden am Sandsack gehe ich endgültig auf dem Zahnfleisch, aber mein Training ist noch nicht zusende. Es folgen noch drei Runden Clinchen mit einem anderen Thai Trainer, 100 Sit-Ups auf der Sit-Up Bank, 100 Frontkicks gegen den Sandsack und 100 Knie. Nach dem abschließenden Dehnen komme ich dann komme ich kaum noch zurück auf die Beine, bin aber froh das erste Training „überlebt“ zu haben.

Nach abschließenden Worten zum Training und „See you later this afternoon“ werde ich zu „Mama“ entlassen.
„Mama’s Restaurant“ ist ca. 100m unterhalb der Bungalow Anlage, in der ich nun wohne. „Mama“ macht nicht nur leckeres Essen für uns tapferen Muay Thai Studenten, sondern kümmert sich sogar um Wäsche, Visa und Tour Buchungen.

Nach einem umfangreichen Mittagstisch muss ich mich erst einmal aufs Ohr legen.
Zu meinem Erschrecken wache ich erst eine halbe Stunde vor dem nächsten Training wieder auf.

Ab geht’s zu Runde 2!
Das Nachmittagstraining verläuft ähnlich und wieder gehe ich beinahe völlig an meine Grenzen. Aber auch nur beinahe, denn Coach Dam meint, ich soll es „Step by Step, easy“ angehen lassen und nimmt zur zweiten Hälfte des Trainings das Tempo ein wenig heraus. Das fällt ihm früh ein, denke ich mir. Gespannt auf den Muskelkater danach… Nach einem kurzen Abendessen bei „Mama“ falle ich an diesem Abend wie tot ins Bett.

Morgen geht’s weiter… Auweia.

Share Button