Zu Besuch in den königlichen Ställen

15.03.2011 – Zu Besuch in den königlichen Ställen

Nach einem üppigen Frühstück geht es heute durch den morgendlichen Stau zu den Royal Stables – den königlichen Ställen von Jordanien.

Gegründet durch Emir Abdallah, dem Grossvater König Husseins. Als Nachkomme von Prophet Mohammed selbst züchtete er reinrassige Vollblutaraber, die auf die 5 Stuten Mohammeds zurück gingen.

Diesem Zuchtziel blieb er aber nicht ganz treu. 1949 tauschte König Abdallah zwei spanische Hengste für sein eigenes Arabergestüt und das Militärgestüt Yeguada Militar bekam dafür zwei Stuten.

Jahre später wurde die Zucht aufgelöst und in alle Richtungen verstreut. Sein Sohn suchte fünf Jahre später bei Beduinen und Bauern diese Pferde wieder zusammen und erwarb aus dem Irak weitere arabische Pferde dazu.
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20 km östlich vom Stadtzentrum von Amman zwischen Orangenbäumen und Zedern versteckt, kümmert sich heute Mayor Faisal um eine ganze Armee bildschöner und reinrassiger Araberpferde.
Die militärische Führung ist seiner Meinung nach wichtig – „um die Disziplin zu wahren“, so sagt er. Diese ist bei der Reinerhaltung der edlen arabischen Rasse auch nötig.

Welche Blutlinien genau gekreuzt werden, entscheidet Prinzessin Alia Al Hussein Al Saleh, Halbschwester des amtierenden Regenten Abdullah, höchst persönlich.

Heute ist sie aber leider „busy“ und „travelling“, kann also nicht mit uns zusammenarbeiten. Das holen wir dann Samstag nach.

Wir filmen also zunächst den normalen Alltag im Stall.
Die Stuten, Fohlen und Wallache stehen beinahe 24 Stunden auf der Weide oder auf dem Paddock, die Hengste immerhin austauschsweise für ca. sechs bis acht Stunden.
Morgens kommen die Stuten von der Weide, werden kurz bewegt, geputzt und gefüttert, danach wieder in den Auslauf entlassen.

Nach Meinung des Stalls macht das „draussen wohnen“ die Tiere ausdauernder und resistenter gegen Krankheiten. Ausserdem sind Tiere, die draussen bleiben dürfen „more happy“ und arbeiten viel besser mit.
Schön zu hören, das selbst diese sündhaft teuren Pferde artgerecht gehalten werden.

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Den Spaß sieht man den Tieren übrigens an. Mit intessiertem Blick und aufgestellten Ohren wird jeder Schritt von uns beobachtet. Stativ und Kamera sehen einfach zu interessant aus.
Es dauert aber nicht lange, dann wenden sich die jungen Raufbolde wieder dem Tagesgeschäft zu: Dem Raufen! 😉

Dann bekommen wir noch etwas besonderes zu sehen: „Hlayyil Ramadan„, der Sieger-Hengst der Middle East Championships 2010 wird quasi auf „Hochglanz poliert“ und für unsere Kamera präsentiert.
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Ein Bild von einem Hengst. Schneeweiß und bildschön, Kopf und Schweif stolz hoch erhoben steht er da und scheint die kleine Show zu genießen.

Nach weiten Aufnahmen vom Gelände beenden wir auch schon den ersten Drehtag auf dem Stallgelände und verabreden uns für den nächsten Tag – zum Training in der Nähe des Flughafens. Na das verspricht doch einiges.

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Kurz noch ein paar Stadtaufnahmen inklusive Moschee gemacht und Abends ein erster Rundgang durchs alte Stadtzentrum – dann geht’s auch schon wieder auf Horchposten.
Morgen ist früh aufstehen angesagt!

Vorher treffen wir uns jedoch noch im „neuen“ Amman mit Mitgliedern von 962STREET, einer großen Hip Hop Bewegung in Jordanien, mit deren Crew wir eventuell noch einen zweiten Beitrag hier drehen wollen.
Kurz einen ersten Termin für Morgen geplant – und ab zurück ins Hotel.

Jordanien-Galerie:
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