#underdog – Ein Traum für den zu kämpfen sich lohnt

#underdog – Ein Traum für den zu kämpfen sich lohnt

#underdog – A dream worth fighting for

„..you should know that you just can’t win..“

 

Ich möchte eine Geschichte erzählen.

Von Wegen, die man geht.

 Von Träumen…

Vom Scheitern und Wiederaufstehen.

 

Von Chancen, die sich auftun…

Von Freundschaft, Zusammenhalt…

..und der Schönheit des Lebens.

 

Es ist meine Geschichte!

***

Ich bin jetzt 28. Gerade geworden. Und sehe mich damit konfrontiert, bald eine 3 in meinem zweistelligen Alter zu haben. Eine Tatsache die schon viele „gestört“ hat.

Und mich irgendwie ganz besonders. 😛

Ich habe die letzten zwei Jahre so ziemlich alles falsch gemacht, was ein Mensch in diesem Alter nur falsch machen kann. Ich habe mein gesamtes Geld verplempert.  Ich habe versucht jemand zu sein, der ich nicht bin. Ich habe jeden Menschen, dem ich was bedeutet habe – mit dem ich befreundet war und/oder bin, entweder ganz vertrieben oder zumindest arg zugesetzt. Irgendwann konnte ich selber nicht einmal mehr den Anblick ertragen, den ich jeden Morgen im Spiegel sah.
Mir ging so einiges verloren. Und ich habe nur dabei zugesehen.

So ist das Leben, aber das lernt man erst wenn es mit dem Verlieren so richtig losgeht.
2014 habe ich dann nur noch verloren…

Der Spielraum für Fehler ist sowohl im Leben als auch im Sport winzig!

Nur eine Haaresbreite zu weit links oder rechts geschlagen und ich treffe meinen Gegner nicht. Nur einen Schritt zu weit zurück..und ich treffe meinen Gegner nicht. Einen Moment lang eine Chance nicht genutzt…und ich treffe meinen Gegner nicht. Aber ich werde getroffen! Das kann ins Auge gehen.

Für ein paar Momente, Zentimeter, Schläge oder Chancen… egal wie wir es nennen… zerreißen wir uns selbst und jeden der dazu gehört… oder schauen zu wie eine Chance vorüberzieht.

Erst später sitzen wir dann da und denken
„Ach hätt‘ ich doch mal anders entschieden“ und
„Was wäre gewesen wenn?“

Ich wollte zu Beginn dieses Jahres (2015) alles „korrigieren“. Alles richtig machen. Und alles wieder gut machen.

Ich wollte nicht zu den Menschen gehören, die irgendwann da sitzen und denken
„Hätte ich doch mal anders entschieden!“ und
„Was wäre gewesen, wenn ich diese Chance doch irgendwie genutzt hätte?“

Bis zu einem gewissen Grad war mir das bis Mai/ Juni schon gelungen.
Der Rest schien auf einem guten Weg.

In dieser Zeit habe ich viel gelernt.

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Wenn dein Mut sich dir verweigert – übertriff deinen Mut!

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Ob ich schon mal daran gedacht habe aufzugeben?

..nur so ..alle zwei Minuten oder so…!

Aber zu meinem unbeschreiblichen Glück gehörte, dass ich Freunde habe die zu mir stehen.

Sie standen schon immer zu mir. Und in einer Zeit, die für mich besonders schwer war und ich schon dachte ich hätte einige von ihnen verloren, standen sie geschlossen hinter mir. Eine geschlossene Rückendeckung, die noch nie zuvor stärker war.

Dazu kam meine Familie die, wenn sie auch nicht immer verstand was ich tat, mich doch in den zumindest meisten Dingen unterstützte.

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Vor neun Jahren habe ich Muay Thai für mich entdeckt.
Aufgrund von (damals) Schule, danach Job aber auch Verletzungen konnte ich nie so oft kämpfen, wie ich gerne gewollt hätte. Außerdem war und ist es schwierig, Gegner in meiner Gewichtsklasse zu finden. Seit meinem Start in den Kampfsport konnte ich aber doch schon Ringerfahrung sammeln. Außerdem hatte ich schon einige Male die Gelegenheit und das Privileg, in Thailand zu trainieren. Sogar kämpfen konnte ich dort. Zweimal. Erfolgreich.
Muay Thai wurde damals von einem Hobbie zur Passion…und bald zu einer Lebenseinstellung.

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Zum Neustart in diesem Jahr hatten viele Menschen bisher eine gespaltene Meinung. Viele sagten mir, ich sei schon zu alt um nochmal das „ganz große Ding“ zu reißen.

Nach einer Serie von Niederlagen im letzten Jahr, privat, finanziell wie auch sportlich, kam ich sogar selbst langsam ins Grübeln.

Was mache ich hier..

Aber:

Dann stellte ich alles um! Stellte mein Leben auf den Kopf und änderte etwas!

Ich zog um, besorgte mir einen anderen Job, überdachte mein Selbständigkeits-Konzept und entschloss mich dazu mehr auf mich und meinen Körper, aber auch auf mein Umfeld zu achten.

Das Ergebnis war weniger Stress, mehr Wohlbefinden. Mir ging es schnell auch gesundheitlich besser.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

Als erster „Testlauf“ diente ein Boxkampf im April. Gewonnen! 😉

Dann folgte wieder Training Training Training…

Und am 27.06.2015 bin ich Deutscher Meister im Muay Thai geworden!

Damit konnte ich an meinen Erfolg aus 2013 anknüpfen und fühlte mich wieder auf „dem richtigen Weg“

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Für Chancen lohnt es sich Risiken einzugehen!

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Obwohl die Lage schier aussichtslos ist, lächele ich gerade vor mich hin. Denn ich weiß, dass mein Ehrgeiz mein Talent bei weitem übertrifft.

Und doch ist sie da. Eine Chance. Genau vor mir.

Nach der Deutschen Meisterschaft stehe ich jetzt vor der größten Herausforderung.

World Cup. Bangkok!

Ich darf mit!

Ich bin jetzt Teil des Nationalteams und darf mein Land repräsentieren.

Einer meiner größten Träume, die ich je hatte!

Damit wir uns verstehen:

In diesem „Spiel“ bin ich der absolute „Underdog“!
Verglichen mit den anderen Teilnehmern habe ich weniger Ringerfahrung und bewege mich sportlich in einer Leistungsklasse weit jenseits des Niveaus der über 2000 Athleten, die Bangkok auf dem World Cup erwartet.

..komme ich über die Vorrunde hinaus?
Das weiß keiner…wohl eher nicht! 😛

..gibt’s „auf die Schn**ze“??
Es gibt garantiert Dresche!

Warum will ich dann dahin?? Warum freue ich mich so, dabei zu sein?

Weil es sich richtig anfühlt!

 

Weil das ein Abenteuer wird, das man niemals wieder vergisst!
Weil es das wert ist!

Möglich gemacht haben dies meine Freunde! Meine 2.Familie!

Zwar hat Deutschland eine boomende Muay Thai Szene, die stetig wächst und an Ansehen gewinnt und auch stellt das Land einige der besten Kämpfer und Gyms der Welt, trotzdem bekommt Muay Thai keinerlei Unterstützung vom Staat. Das macht es für engagierte Sportler schwer, nach besten Möglichkeiten zu trainieren und zu kämpfen.
Daneben hat man auch selbst viele (finanzielle) Pflichten daheim, denen man nachgehen muss während man versucht bestmöglich zu trainieren.

Auch wenn man mir also diese Chance gegeben hat, mit nach Thailand zu fliegen, finanziell wäre es für mich nicht möglich gewesen.

Und dann plötzlich überrollte mich eine Welle…

ich bekam Nachrichten über mein Handy, Anrufe, E-Mails… meine Freunde (Familie!) standen plötzlich geschlossen da und jeder von ihnen gab einen Teil zum Ticket dazu.
Innerhalb von 48 Stunden hatte ich das gesamte Startgeld zusammen.

Erst konnte ich gar nicht richtig realisieren, was da passiert. Danach brauchte ich dann doch mal ein Taschentuch. Was mir da gerade wiederfahren war, konnte kein Hollywood Film der Welt, kein Buchautor in Worte oder Bilder fassen.

Geschichten, die das Leben schreibt, sind doch die spannendsten!

***

Egal, was mich dort – tausende Kilometer von Daheim – erwartet;
egal was dort passiert…

..ich möchte an dieser Stelle allen danken, die dieses Abenteuer möglich gemacht haben!

Über meine Freunde und Familie, meine Trainer, Trainer bei denen ich seit Beginn des Jahres trainieren durfte, Menschen die aufbauende und motivierende Worte für mich hatten…

..ich kann kaum alle aufzählen, die daran beteiligt sind. Aber ich danke euch allen für die wohl bisher spannendste Geschichte meines Lebens!

Das wird meine Underdog Story!

🙂

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Indy
Indy
Indy ist MuayThai Kämpferin & passionierte Backpackerin aus Deutschland, arbeitet selbständig als "Sport & Media Entrepreneur" und Blogger und hat ein Faible für ausgedehnte Fern-(Sport & Abenteuer-) Reisen.

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