Um jede Sekunde…

Das ist ja toll gelaufen… oder eben NICHT „gelaufen“..

Rückblick:
Freitag Nachmittag – Feierabend – ich freue mich tierisch auf den Malberglauf im Siebengebirge. 6km geht es um 18.30 Uhr steil bergauf… oben winkt dann unter anderem ein leckeres Weizen zur Belohnung. Selbstverständlich alkoholfrei! 😉

Ich fahre los, meine Laufklamotten sind gepackt… Vorfreude pur.
Schon 20min. später bekomme ich ein ungutes Gefühl. Vor mir staut sich urplötzlich der Verkehr. Hier schon??

A-1 Kreuz Leverkusen

Um diese Uhrzeit ist auf der A-1 natürlich immer viel los…
..aber ernsthaft: welcher madtext (!) denkt sich eine Großbaustelle aus, auf der mitten auf dem Autobahnkreuz Leverkusen zu Pendler-Stoßzeiten aus sämtlichen Richtungen jeweils nur ein Fahrtreifen frei ist?!??

A1 - © N. "Indy" Schumacher

Dieses Übermaß an Planungsfehler bekomme ich nun ungeschminkt als volle Abgas-Packung ins Gesicht!

STAU! Nichts geht mehr!

Verzweifelt beobachte ich die digitale Anzeige meiner fahrzeuginternen Uhr… starre auf die Minuten, als wolle ich die Zeit anhalten…

..klappt nicht!

Nach zwei Stunden stehe ich immernoch an so ziemlich genau der Stelle, an welcher ich zuvor in den Stau hineingefahren bin. Noch immer geht hier nichts vor oder zurück. Mit einer unbeschreiblichen Wut im Bauch fahre ich ein paar halsbrecherische Manöver – an Rande der Legalität – und fahre in Leverkusen schließlich ab in Richtung… ach egal wohin.

Aber auch hier zieht sich der Verkehr wie Kaugummi.

Nicht nur die gute Laune ist dahin. Ich merke, wie meine Motivation irgendwelchen Bestzeiten hinterherzurennen Gefahr läuft aus dem Wagen – vor den nächsten Sattelschlepper – zu springen.

Einen letzten Ausweg sehe ich in der Flucht nach vorn:
Wenn’s nicht der Malberg wird, dann suche ich mir einen anderen Berg, den ich heute in Grund und Boden laufe!

Schnell beim Coach sicherheitshalber nochmals die Adresse eines weiteren Berges erfragt, den ich nachwievor auf meiner „Lieblingsstreckenliste“ habe…

..dann ab auf die A4 und geschwind zum Unnenberg in Marienheide gebrettert.

Mit 4km ist die hiesige Strecke nicht ganz so lang wie die Wettlaufstrecke am Malberg (und was zu trinken gibt’s hier auch nicht! :-/). Aber immerhin habe ich mich nicht umsonst „in Schale“ geschmissen! 😉

Zum WarmUp geht es runter ins Tal, zum Wanderparkplatz Dahler Brücke. 25min und einige „Verläufer“ 😛 später bin ich auch schon wieder am Turm und Restaurant Unnenberg angekommen…

NEIN! Hier gibt’s immernoch nix zu trinken! 😛

Start & Ziel sind übrigens gleich dem Nikolausberglauf des TV Rodt Müllenbach. Sehr empfehlenswert! 😉

Ob ich die Strecke „dazwischen“ 1:1 getroffen habe, „juckt“ mich erstaunlicherweise nach dem kleinen „Workout“ gerade gar nicht.

KO aber frisch motiviert fahre ich heim und freue mich auf Sonntag!
Dann will ich endlich meine Bestzeit am „Boxberg“ knacken! 😉

Brav gönne ich meinen Beinen am Samstag Pause und bringe es gerade einmal auf einen 30minütigen Spatziergang mit den Fellnasen.

Dann ist es Sonntag früh soweit:

Nachdem ich zunächst gnadenlos „verpennt“ habe, nehme ich mein heutiges Ziel in Angriff und spurte los.

Zwischenzeit: passt
3/4 Zeit: passt
Letztes Stück: fühlt sich gut an!

Jetzt der Endspurt… geschafft…. Ein erwartungsvoller Blick auf die Stoppuhr…

© N. "Indy" Schumacher

!!! Ohne Worte!!!

Nicht ganz geschafft!

Bevor ich jetzt aber einen weiteren Tobsuchtsanfall bekomme (ich habe mich noch nicht 100%ig von Freitag Abend erholt 😛 ) freue ich mich darüber, dass ich meinem Ziel Sekunde für Sekunde näher komme.

Immerhin konnte ich meine Zeit seit dem letzten Lauf noch einmal um fünf Sekunden unterbieten

© N. "Indy" Schumacher

Da geht noch was!

Dass dieses kleine sportliche private Ziel in einem derartigen Kampf um jede Sekunde ausartet, hätte ich im Leben nicht gedacht.

Aber gut, wenn der Berg Krieg will, soll er ihn bekommen! 😛

Schnell noch eine kühlende Quelldusche genommen…

© N. "Indy" Schumacher
..und ab geht’s zur Omi – da gibt’s heute lecker Mittagessen! 😉

So long – schönes Wochenende! 😛

Yours,
Indy

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