Rién ne va plus!

06.Oktober 2010:
Tag 7 – Rién ne va plus!
6:30 – der Wecker… ne‘ heut‘ nich‘!
Geht nicht! Gar nicht! So einen Muskelkater hatte ich schon lange ni… nein…noch nie!
Aufstehen… klappt nicht. Muskeln sind total übersäuert.
Gut…bleiben wir halt liegen. 😉 Oder??
Nee! „Stell dich nicht so an!“, denke ich mir und auf geht’s zum insgesamt fünften Training bisher.
Trotz des heftigen Muskelkaters klappen die Techniken schon besser, die Sit-Ups lassen wir heute morgen weg… 🙂
… same procedure as every day… aber mit neuen Techniken und neuen Bewegungsabläufen…

Den Nachmittag nehme ich mir allerdings frei!
Kann nicht mehr! Vorerst.
Mächtiger Muskelkater und ein tiefblaues Schienbein lassen mich das Training der Vernunft wegen unterbrechen. Ich tröste mich ein wenig mit der Tatsache, dass dies erst mein dritter Trainingstag überhaupt ist und leihe mir von „Max“, meinem Gastgeber im „Outback Garden“, einen schnellen Scooter. Vorher mache ich allerdings noch einige Aufnahmen von meinem „Zuhause“. Für die Leuts daheim! 😉

Das Wetter zeigt sich nun auch von der besseren Seite – da macht Rollerfahren dann auch richtig Spaß!

Eigentlich auf der dringenden Suche nach einer Apotheke und „Counterpain“, verschlägt es mich zum Karong Beach, wo meine Bekannten aus dem Bergischen Land gerade Urlaub machen.

Den beiden geht es aber nicht besser als mir. Magenprobleme haben die armen für die letzten Tage lahmgelegt. Mit vorsichtigem Blick auf mein Knie erwähne ich auch meine Startprobleme und tröste mit den Worten: „Ihr habt bei dem Wetter der letzten Tage aber nix‘ verpasst!“
Scheint jedoch wenig zu helfen.

Zusammen gehen wir gegen Abend noch etwas trinken, dann verabreden wir uns für Samstag zu einer Bootstour zu verschiedenen Inseln rund um Phuket. Da ich vermute, Samstag wieder vom Training KO zu sein, kommt mir diese Idee nur gelegen.
Zurück zum Bungalow… wenn da nicht die plötzlich eintretende Dunkelheit wäre, die mich meine !wichtige! Straße verpassen lässt und mich prompt nach „Phuket Town“, ca. 15km vom eigentlichen Ziel entfernt führt.
Hier irre ich ein wenig durch die dicht befahrenen Straßen, bis mich ein Police Officer (Achtung! „Bangkok“ Aufschrift!!) aus dem Verkehr zieht. Fahren ohne Helm… Hoppla… Tja, den habe ich wohl vergessen…??

Jetzt kommt der (nicht) lustige Teil!
Der Straßenpolizist aus Bangkok sammelt meinen Führerschein ein (und diverse andere – ich bin nicht der einzige der hier ohne Helm fährt!) und gibt mir ein Ticket.
Auf Thai…….na thai…äh..toll.
Mit diesem Ticket, so erklärt er mir, soll ich nun zur zentralen Polizeistation in Phuket fahren, dort meine „Strafe“ zahlen und mit einem Zahlungsbeleg wiederkommen…dann kriege ich meinen „Lappen“ zurück.
Das kenne ich so auch noch nicht.
Aber gut, dann muss ich mich wohl in mein Schicksal fügen.
Äh…wo war dann noch gleich die Polizeistation??
Nach einigen Erklärungsversuchen des Polizisten, bei denen ich wohl kein besonders intelligentes Gesicht mache, spricht mit plötzlich von hinten jemand an… mit mir doch stark bekannten Dialekt wird mir die Frage gestellt: „Need help?“
„Jo.“, antworte ich kurz und will gerade auf Englisch nochmals den Weg erfragen, als der freundliche Helfer auf Deutsch weiterspricht (Hab ichs doch gewusst!! …und rausgehört! 😉 ).
Thomas, ein Deutscher aus Hannover, der hier in Phuket lebt, kommt mit einem freundlichen Lächeln auf mich zu und bietet an, mich zur Polizeistation zu fahren. Das nehme ich dankend an (und den Helm, den er mir reicht!!!), bekomme aber sofort ein schlechtes Gewissen, wie ich mich bei dem guten Mann bedanken kann.
Seine Frau, die neugierig aus ihrem Frisörsalon schaut, nickt mir lächelnd und aufmunternd zu.
„Don’t worry, be happy!“, scheint sie mir damit signalisieren zu wollen. Klar, denke ich und nehme es mit Humor.
In der Polizeistation angekommen, muss ich erst einmal eine Nummer ziehen. 137…
Kurzer Blick auf den Schalter im Inneren des Gebäudes: Nr. 101… na Prost, das kann sich ja hier nur noch um Stunden handeln.
Ich wende mich an meinen Helfer Thomas, der möchte aber bleiben und mir weiterhin helfen. Einfach so. „Wir sind in Thailand…“, sagt er nur dazu und wartet geduldig an seinem Roller auf mich.
Eine Stunde später und um 500 Baht (ca. 12 Euro) leichter, geht es zurück zu dem Platz, an dem ich meinen eigenen Roller stehen gelassen habe. Der Polizeibeamte aus Bangkok überprüft meine mir aus Koh Samui 2009 bereits bekannte „Quittung“ (nur ging das damals einfacher!!! 😛 ) und händigt mir meinen Führerschein wieder aus.
Alles gut! Wir sind in Thailand! 😉
Dankend verabschiede ich mich von Thomas und seiner Frau. Ich soll mich bei ihnen melden, ausserdem wünschen sie mir alles Gute.
Das mache ich bestimmt…nur jetzt mache ich, dass ich nach Hause komme!
Den Weg finde ich sofort (warum nicht gleich so!!!??) und wieder geht es an diesem Abend „wie tot“ ins Bett.
Ein Lächeln kann ich mir dabei jedoch nicht verkneifen… ich habe dank der Aktion in Phuket Town soeben meine Sparpläne über den Haufen geworfen… 😉

Hier geht’s zur Website meines freundlichen „Retters“ aus Phuket Town:

PADI IDC Phuket Thailand

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Indy
Indy
Indy ist MuayThai Kämpferin & passionierte Backpackerin aus Deutschland, arbeitet selbständig als "Sport & Media Entrepreneur" und Blogger und hat ein Faible für ausgedehnte Fern-(Sport & Abenteuer-) Reisen.

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