Hühnerstall aus Restholz, Paletten und Türen

Als Verfechter der Do-It-Yourself-Methode mit dem gnadenlosen Dr(H)ang zum Sparen und Tauschen will ich natürlich nicht unbedingt viel Geld bei folgendem Projekt ausgeben:

Meine Hühner brauchen einen winterfesten Stall!

Der mobile „Chicken Traktor“ made by Mutti ist toll, bei der berühmten „bergischen Sonne“ allerdings leider nichts, was die Tierchen im Winter warm hält. Wenn die Sonne im Bergischen mal wieder „in Strömen“ scheint, gerät leider zu viel Wasser in die Ecken. Diese Feuchtigkeit könnte in Kürze bei fallenden Temperaturen gefrieren. Nix gut für die Hühner!

Also Bestandsaufnahme:

Für eine bekloppte Gartenzaun-Aktion habe ich ca. 50 Paletten über ein Kleinanzeigen Portal abgestaubt… für lau!
Lediglich den Sprit für Muttis Wagen inkl. Anhänger muss ich (durch geschicktes Tauschen 😉 ) „zurückzahlen“…

Dazu habe ich aus den letzten zwei Umzügen noch massig Holzlatten, Winkel und Schrauben übrig. Einige breite Holbretter, die mal selbstgezimmerte Schreibtische waren, kommen noch hinzu. Daneben steuert Mutti noch eine Glasscheibe (130cmx 40cm), sechs Waben-Pflastersteine und drei alte Holztüren bei.

Damit muss ich auskommen.

Um die Paletten untereinander zu verbinden und das ganze wasserdicht zu bekommen, muss ich dann doch noch etwas in die Geldbörse greifen.

Im örtlichen Baumarkt kaufe ich eine Packung Flachverbinder (25 Stck. für 14,99 €), dazu einen Pack Dachpappe (Bitumendachbahn 10m² – 10,49 €) und um sicherzugehen, 4 UK-Latten zum Preis von je 1,47 €.
Macht eine Rechnung von 31,36 €.

Das muss reichen.

Der Untergrund

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Der Stall soll in eine Ecke meines Gartens, in der sich im Moment noch mein Hochbeet befindet…

Weg damit! 😛

Da hier vorher der Kompost gestanden hat, ist die gesamte Ecke recht feucht. Ausserdem fließt hier bei schlechtem Wetter nach meiner Meinung viel Wasser hin.

Da ich sonst keinen anderen Bereich habe, muss ich mit diesen Gegebenheiten klarkommen. Der Vorteil dieser Ecke ist aber auch nicht zu unterschätzen:

Durch die Hauswand und auf der anderen Seite mein Gewächshaus geschützt, dürfte hier der Wind weniger Angriffsfläche haben!

Nachdem ich also Kompost und Hochbeet „entfernt“ habe (ca. 3 Stunden Buddelarbeit!), begradige ich den Platz so gut es geht und verteile die Pflastersteine.

Auf ihnen platziere ich zwei der größten und stabilsten Paletten aus meinem Fundus.

Das Fundament ist fertig.

Würde ich die Paletten einfach so auf den Boden stellen, könnte ich vermutlich schon direkt nach dem Winter einen neuen Stall bauen. So allerdings hat das Holz die Möglichkeit, gut zu trocknen.

Die (Haus-)Aussenwand

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Bei so vielen Paletten, die hier im Moment rumfliegen, bin ich sicher, passende Stücke zu finden. Aber dann stellt sich die Sache als doch gar nicht so einfach heraus. Bis ich passende Paletten gefunden habe, die alle die gleiche Breite haben, vergehen etliche lange Minuten des Suchens…

Dann bastele ich mir die Rückwand meines Stalls aus zwei Paletten zusammen, verbinde diese mit einem passenden schmalen Stück an der rechten Ecke. So weit so gut. um später nicht allzusehr frickeln zu müssen, bringe ich die erste Lage Dachpappe (ich hab‘ genug! 😛 ) an der Rückseite an und tackere sie fest. Da es sich hier um die Rückwand des Stalls handelt, die noch dazu nah an der Hauswand ist, braucht es nicht mehr um die Sache wind- und wetterfest zu machen.

Die Seiten & das Fenster

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Jetzt sehe ich zu, dass ich vernünftige Seiten bekomme. Die eine ist ja bereits an der Rückwand verschraubt. Die andere (linke) Seite darf nicht ganz bis zur vorderen Ecke kommen, da ich noch einen Eingang für die Hühner brauche. Hier soll nach Fertigstellung des Stalls der Chicken Traktor einfach angebracht; bzw. herangestellt werden.

Dazu positioniere ich das Fenster schon einmal, um nachher bessere Übersicht zu haben. Denn: Ich muss ja auch noch eine kleine Türe einbauen um selber in den Stall zu können!

Wer natürlich mit neuem Holz arbeitet, kann hier nach Lust und Laune Eingänge und Fenster verteilen, wo er will. Ich bin da an mein vorhandenes Holz „gebunden“ und muss gegebenenfalls ein paar Kompromisse eingehen. Gottseidank bin ich mit 153cm nicht die größte Gestalt auf Erden und komme mit einer entsprechend kleinen Türe aus. Meine in diesem Fall wird wohl grade einmal 40cm breit und 80cm hoch…

Als ich mit der Aufstellung einigermaßen zufrieden bin, verbinde ich alles miteinander, bastele einen Rahmen für das Fenster (hier entpuppt sich die Investition in UK-Latten als sehr sinnvooll: die ersten zwei gehen dabei drauf!) und fixiere es mit einem Balken am Untergrund. Toll, was man so alles aus seinen Restbeständen zaubern kann!

Jetzt fehlt schon gar nicht mehr viel…

Sieht doch schon ganz gut aus, oder? 😀

Die Hühnerklappe

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Damit die Hühner raus und reingehen können, ich für die Nacht aber alle „Schotten dicht“ machen kann, brauche ich eine Türe.

Es dauert nicht lange und ich finde ein passendes Stück Holz. Quadratisch, weiß, praktisch, gut.

Ich zimmere einige kleine Latten oben und unten als Führung an den Stall, packe die Türe mit einem zuvor angebrachten „Knauf“ dazwischen und „mache zu“. Für das Stück darüber finde ich ebenfalls schnell ein passendes Stück Holz, allerdings muss ich hier etwas rumschnibbeln bis es auch wirklich ganz passt.

Die Front

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Zwischendurch bringe ich vorne über dem Fenster noch etwas altes Holz mit Nut und Feder an, um die Fläche oberhalb des Fensters dicht zu bekommen. Jetzt sieht es langesam aus, wie ein Stall. Ganz rechts findet nochmals eine Palette ihren Platz, ein Stück eines alten Schreibtisches macht die Sache dann „dicht“.

Nun fehlt noch eine Türe für mich… auweia..wie geht das denn jetzt?

Mit dem Rest vom Profilholz und wiederum einer der UK-Latten kriege ich tatsächlich einen ganz passablen Türrahmen hin. Zwei Scharniere (Baumarkt: 1,69 € / Stück) halten die Türe an ihrem Platz, ein Fensterriegel mit Knopf und Schlaufe (Baumarkt: 3,99 €/ Stück) bildet den Schließmechanismus.

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Das passt sogar alles, geht auf/zu und ich…passe auch dadurch! Super!

Allerdings sollten größere Menschen beim Betreten des Stalls in Zukunft aufpassen! 😛

Der Innenausbau

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Immer wieder zwischendurch streikt mein Akkuschrauber, bzw. ist der Akku einfach mal leer. Anstatt sinnlos zu warten oder weiteren Blödsinn anzustellen, gebe ich mich daran, weiteres Holz zuzuschneiden oder – wie jetzt im Moment – den Stall von Innen weiter auszubauen. Damit die Hühner nicht zugig stehen und eventuell in die Palettenzwischenräume geraten, muss ein großes altes Bambus-Fensterrollo dran glauben. Die Sache sieht besser aus, als ich dachte! Ein weiteres altes Holzbrett (ebenfalls mal im früheren Leben ein Schreibtisch!) wird nach dem „Eh-Da“ Prinzip einfach zum Kotbrett, eine Bambus-Stange wird die Geflügelstange oben drüber.

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Die Endposition von Stange und Kotbrett ist im entgültigen Stall etwas anders als hier auf den Bildern…aber das ist ja jetzt mal egal 😛

In die sich bildenden Schächte der Paletten innen plane ich im Winter Stroh zu stopfen, um den Stall richtig gut zu isolieren. Kurz habe ich an Steinwolle gedacht, verwerfe den Gedanken allerdings wieder als ich bemerke, wie warm es jetzt schon hier drin ist… (dabei fehlt das Dach noch!!?!)

Das Dach

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Dann ist der Akkuschrauber wieder fit und einsatzbereit… es geht an’s Dach.

Da ich sie bisher nicht gebraucht habe, kommen nun Muttis alte Türen zum Einsatz. Zwischen Front und Rückwand bringe ich noch den Rest der UK-Latten an, damit diese die Türen zusätzlich tragen und in der Mitte nichts durchhängt. Zwei Türen finden ihren Platz auf dem zukünftigen Stall, ohne dass ich irgendwas groß basteln muss. Lediglich Türschlösser etc baue ich aus. Die dritte Tür zersäge ich beinahe in der Hälfte durch und bringe diese an der linken Seite an. Es entsteht (mit Absicht) ein kleiner Überhang. Aber nun ist auch von oben „zu“!

Alles „dicht“?

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Um jetzt alles noch wasserdicht zu kriegen, kommt noch Dachpappe aufs Dach – dafür ist sie ja schließlich da – und auch vereinzelte Zwischenräume kriege ich damit zu.

Jetzt steht er da… fertig!

Der Hühnerstall Marke Eigenbau!

Schnell per WhatsApp ein Bild rumgeschickt… alle halten das lustige Ding da für

„Voll der Palast!“

„Uii… das ist ja ein Hühner Hotel!“

„Boa das ist aber groß“

 

„Luxus Hotel für deine Hühner! 😉 „

Da liegt es nahe, einen passenden Namen für die hübsche Winterresidenz zu finden, oder?

Nach ein paar Witzen und schlauen Sprüchen entscheide ich mich für

„Casa Pollo“

und

„Al Omelette Resort“

…und kriege nen spontanen Lachkrampf!

Sicherlich gibt es schönere und geschicktere Ställe…aber wenn man nunmal nicht viel Geld ausgeben will, muss man nehmen was man hat – und das Beste daraus machen! Richtig? 😉

Der ganze Spaß hat mich hier nun etwa 38 € gekostet… ein Schnäppchen wenn ich die Preise für zu kaufende Ställe vergleiche!!

*****

Aber nun hab‘ ich ein neues Problem! 😛

Mit 2,80 x 1,10 m Größe ist der Stall doch viiiiiieeeel zu groß für nur drei Hühner…

..was denkt ihr, habe ich einen Tag später getan?!? 😛

putput

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Indy
Indy
Indy ist MuayThai Kämpferin & passionierte Backpackerin aus Deutschland, arbeitet selbständig als "Sport & Media Entrepreneur" und Blogger und hat ein Faible für ausgedehnte Fern-(Sport & Abenteuer-) Reisen.

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