Tag 2 – Cross Bangkok – auf den Straßen unterwegs

01.10.2010 – 21.00 Uhr Ortszeit – Cross Bangkok – auf den Straßen unterwegs

Heute wurde erstmal schön… verpennt!

Erst um 9.00 Uhr habe ich mich einmal am Frühstücksbuffet blicken lassen, aber als ich das Angebot sah, war ich WACH!

Ein riesiges Buffet mit so ziemlich allem, was man sich für das Frühstück vorstellen kann…und mehr.

Allein der Tisch für die warmen Angebote wie Spiegeleier, Würstchen, Speck, etc. war 20 Meter lang, darum herum standen weitere Tische mit unterschiedlichen Müsli-Sorten, Broten, Croissants, Toast, Nudelgerichten, Salat, Obst und Gemüse.

Ich suche mir also einen Tisch aus und fange an zu „sammeln“. Da ich mich für die erste Nacht ja für ein relativ teures Hotel entschieden habe, kann ich es mir hier ja nun gutgehen lassen.

Der Kaffee, der mir sofort nach dem Hinsetzen angeboten wird, schmeckt auch super, ich verzichte jedoch auf mehr. (Wollt ich doch im Urlaub nicht so viel Kaffee trinken!)

Nach dem ausgiebigen Frühstück zurück aufs Zimmer.

Auf der einen Seite lockt die große Stadt da draussen, auf der anderen Seite bin ich heute „morgen“ irgendwie stinkfaul.

Also entscheide ich mich spontan für duschen, Bett, nochmal duschen (weils so’n Spaß macht) und Bericht am Laptop schreiben.

Endlich komme ich auch dazu, einige Bilder hochzuladen. Da freuen sich sicher die Leuts zuhause. 🙂

Nachdem ich dann noch einige !wichtige! Emails beantwortet habe, entschließe ich mich dazu meine Tasche zu packen und aufzubrechen.

Beim Check-Out gibt es eine sehr angenehme Überraschung: Das Hotel bietet den kostenlosen Service, das Gepäck für mich aufzubewahren.

Das kommt mir natürlich sehr gelegen, also wandern Laptop und Backpack erst einmal wieder in den Safe. Beim Umpacken fällt mir auf, wie komisch ich mit dem Monstrum von Rucksack auf dem Rücken aussehe und mache schnell ein Foto!

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Das will ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Auf geht’s in die City.

Ayutthaya habe ich mir für meine Rückkehr nach Bangkok aufgehoben, angesichts des Staus auf den Straßen mache ich mir Sorgen, ob ich rechtzeitig ankomme.

Ich nehme also zunächst ein Taxi zum Bahnhof, um mir dort frühzeitig ein Ticket nach Surat Thani zu buchen.

So war zumindest der Plan…

Der Taxifahrer fährt mich zur Southern Bus Station, da ich vermutet hatte der Zug führe hier ab!

Leider verloren! Hier gibt’s … wie der Name schon sagt… Busse…keine Züge!

Eine Busfahrt nach Phuket kostet zwar nur knapp 10 Euro, aber so viele Stunden auf einem kleinen Sitz brauche ich vor dem 29.Oktober nicht nochmal!

Also zurück!

Endlich an der Railway Station angekommen, buche ich mir zügig ein Ticket 2.Klasse für Surat Thani heute Abend um 22.50 Uhr.

Das ging ja fast schon zu einfach, aber warten wir es einmal ab…

Dann zieht es mich zum Lumpinee Stadion, was mir eine sehr angenehme Fahrt mit der UBahn beschehrt.
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Wer also ein wenig Orientierungssinn (und einenPulli im Rucksack!!) hat, dem kann ich die UBahn Bangkoks nur empfehlen!
Schnell, billig und… KALT! die AirCondition läuft hier auf Hochtouren, weshalb man nicht unbedingt stark verschwitzt Stunden hier unten verbringen sollte. Auch wenn’s im ersten Moment eine Wohltat ist!
bangkok-tag2-006Heute Abend sollen gute Kämpfe sein, sagt man mir. Die Versuchung ist groß. Aber aus Erfahrung (vom letzten Mal Bangkok!!) weiß ich wie voll Bangkoks Straßen abends werden und verzichte daher, um meinen Zug nicht zu verpassen.

Ich kaufe mir „nebenan“ ein paar Sandsackhandschuhe und schreibe meinem Kontakt aus Bangkok eine schnelle Mail, das ich „custom made“ Shorts bei ihm bestellen will.

Irgendwie traue ich mich nämlich nicht, hier Vorort alleine eine Bestellung aufzugeben.

Taxi und Tuk Tuk-Fahren ist mir mittlerweile doch ganz schön lästig geworden. Die Taxifahrer stehen andauernd im Stau und das Taximeter nimmt Geld fürs Herumstehen, die Tuk Tuk-Lenker versuchen nonstop einem eine komplette Rundfahrt um Bangkok aufzuschwatzen und werden im Laufe der Fahrt zur Verwunderung der Fahrgäste immer teurer, vor allem wenn man an den angesteuerten Tourist Information Büros dann doch keine dreitägige Reise nach Koh Phangan oder Phi Phi buchen will!

Ich wage also ein kleines Abenteuer und rufe mir ein Motorbike-Taxi heran.

Normalerweise bestehe ich energisch darauf, dass zwischen „waghalsig“ und „lebensmüde“ ein sehr großer Unterschied besteht, ausserdem mindestens 50cm Knautschzone herrscht!!!
Nun, ich gebe zu – das jetzige Vorhaben geht vielleicht ein !BISSSSCHEN! über das liebe Wort „waghalsig“ hinaus.

Trotzdem! Es bleibt !nur! waghalsig was ich hier gerade mache! Ich lasse mich also vom Lumpinee Stadion zum What Arun Tempel bringen.
Mmh… ich sagte waghalsig, das betraf MICH!

Der Fahrer scheint jedoch tatsächlich lebensmüde zu sein (grins! :-D) denn er steuert wild zwischen den im Stau stehenden Taxi-Bonbons (die sehen wirklich so aus!) und Tuk Tuks umher, um den schnellsten Weg zu finden.

bangkok-tag2-007 Verkehr in Bangkok – DAS ist aber noch lange kein Stau!

Zwischendurch stehen wir aber selbst im Stau… von ca. 50 -100 Rollern und Motorrädern!

Dann sehe ich plötzlich auch keine Motorräder mehr, denn der Bekloppte da vor mir steuert auf die Schnellstraße und fährt mit mir über den Chao Praya.

Auf der anderen Seite hält er dann auf einmal an und bittet einen Thai zu sich heran. Es gibt ein kleines Gespräch zwischen den beiden, dabei verstehe ich die Worte „Falang“, (=Ausländer; das bin ich!) „Mai“ (Am Ende eines Satzes immer ein Fragewort!) und „Wat Arun“ (der Tempel der Morgenröte).

Der Kerl scheint sich entweder verfahren zu haben, oder er weiß nicht wo der Tempel steht… oder beides.

Nach kurzem Hin und Herirren setzt er mich dann an einem Tempel ab, grinst und fragt auch nach mehr Bezahlung, weil wir ja schließlich so lange unterwegs sind.

Ich deute selbst grinsend jedoch auf den Tempel und sage ihm, dass das leider nicht der Wat Arun ist… der ist nämlich zwei Straßen weiter.

Tja Jung‘, das weiß sogar ich!

Nicht mehr so fröhlich grinsend fragt er nochmal nach dem Weg, dann gehts wieder zurück auf die Straße. Kurz biegen wir noch auf einen Fussgängerweg ab, dann stehen wir vor dem gesuchten Tempel.

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Der Tempel der Morgenröte hat Pagoden und kleinere Türme, die zu den höchsten der Tempel in Thailand gehören… und ist doch sooo schwer zu finden… 😉

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Ich gebe dem Fahrer 20 Baht mehr als abgesprochen. Er freut sich…ich mich auch. Insgesamt war diese Fahrt nämlich billiger als die weit kürzere Fahrt heute Mittag zum Bahnhof!

Auf dem Gelände des Wat Arun stehe ich dann plötzlich vor einer Wand! Genau wegen dieser „Wand“ bin ich hier!

Der höchste Turm der Anlage ist begehbar und seine Treppen sind so steil, dass man froh wäre, den ein oder anderen Karabiner oder zumindest ein Seil dabeizuhaben.

Aber das muss heute auch ohne klappen. Da sind schließlich schon ein paar mutige Japaner, die es bis oben geschafft haben.

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Auch ich schaffe es mit einiger Mühe (es sind mittlerweile trotz Regenzeit 36° und die Sonne brennt mir auf den Pelz!) und freue mich auf den extrem genialen Ausblick, der die Mühe wirklich lohnt!

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Über die Dächer Bangkoks hinweg kann man den Chao Praya sehen, dazu die vielen Boote die ihn befahren.

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Von hier aus kann ich auch einen schwimmenden Markt sehen und erinnere mich daran, dass unser Tour Guide gestern doch davon sprach, in Bangkok gäbe es so etwas zurzeit nicht??

Dafür sind Jörn und Hilde also heute Morgen um 6.00 Uhr aufgestanden und in eine andere Provinz gefahren.

Die armen müssen nun stundenlang für diesen Anblick fahren, für den ich nur „einige“ Stufen erklimmen musste.

Der Weg zurück nach unten ist jedoch viel schwieriger und ich muss mich nochmal richtig anstrengen.

Dann muss ich doch unbedingt noch zum Rajadamnern Stadion, auch wenn es dort heute keine Kämpfe gibt.

Das Taxi, mit dem ich fahre, schmeißt mich 5km vor dem Ziel wegen zu viel Stau raus. Na immerhin ist der Typ ehrlich und sagt, das lohne sich für mich nicht, so viel Geld für so langes Warten auszugeben.

Ich stratze also los und schaffe es trotz Hitze in 40 min. zum Rajadamnern Stadion.

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Zack- da habe ich mein gewünschtes Foto – und ab geht’s, zurück in Richtung Hotel.

Nochmal nehme ich da die Dienste eines Motorbike-Taxis in Anspruch, was mir zunehmend gefällt!

Übrigens: Nicht-Hinsehen hilft enorm, wenn man sich einmal nicht sicher ist, ob man nicht an der nächsten Busverkleidung oder an einer Autotür kleben bleibt. die Jungs haben es wirklich drauf und kommen von allen Verkehrsmitteln am schnellsten ans Ziel.

Trotzdem muss ich jedem anderen, der hier in Bangkok urlaubt, davon abraten.

90% der Unfälle in Bangkok passieren mit Rollern und Motorrädern, davon stolze 60% mit den Motobike-Taxis. Laut Aussage eines Passanten der mich absteigen sieht, liegt das allerdings meistens an der erschreckten Bewegung eines Mitfahrers, wenns dann einmal ein wenig enger wird als es eh schon ist.

Dieses „Huch“ macht er übrigens so gekonnt nach, das uns ein Polizist anspricht, ob alles in Ordnung sei. Haha.

Gegen halb sieben Abends komme ich zurück zum Prince Palace Hotel, wo mein Gepäck schon auf mich wartet.

Ich lasse mir ein Taxi zum Bahnhof rufen – jetzt weiß ich ja wenigstens auch wo ich hinwill! – und ab geht’s.

Oder auch nicht. Schon an der nächsten Ecke stehen wir im oben bereits erwähnten Stau. Mein Fahrer wird immer nervöser und fährt einen Umweg, der angeblich schneller gehen soll.
Aber auch auf diesem Weg geraten wir in Stau und der arme Kerl fängt an zu schwitzen.
Schnell versuche ich, ihm die Aufregung zu nehmen und erwähne kurz, dass mein Zug erst um 22Uhr geht.
Erleichtert lässt er sich in den Sitz zurückfallen und lacht lauthals. Na da ist aber jemandem gerade ein Stein vom Herzen gefallen! 😀

Jetzt sitze ich hier – im Bahnhof – neben hunderten (oder tausenden??) Thais und warte auf meinen Zug.

Während ich diesen Text schreibe kommt immerhin !EIN! anderer Rucksacktourist hinzu und setzt sich nicht weit von mir auf einen der Wartesitze. Er bleibt allerdings der einzige „weiße“.

Ich gönne mir ein Crêpe mit Schoko und setze mich wieder, natürlich nicht ohne mich damit ordentlich zu beschmieren (…hat aber keiner gesehen 😉 und genieße die Großbildleinwand mit soetwas wie dem thailändischen MTV.

Klingt wirklich gut – ich überlege ob ich mir nicht so eine CD besorge.

Und auch die thailändische Videoproduktion kann es durchaus mit MTV und VIVA aufnehmen! Ernsthaft!

Da kommen tatsächlich noch drei weitere weiße Backpacker… Klasse, da bin ich ja nichtmehr alleine so ein Exot! 😛

Jetzt sind es nur noch ca. eineinhalb Stunden, dann geht es weiter. Nach Surat Thani.

Da fällt mir noch etaws anderes auf: Hier kann man für 20 Baht duschen!!!!!!!!!!!!

Das kommt mir gerade wie gerufen.

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Die Kabinen sind klein und man sollte darauf achten, wo man sein Gepäck platziert, jedoch bleibt alles mit ein bisschen Geschick trocken.

Frisch gestriegelt mache ich mich auf dem Weg zu meiner „Platform 5“, Suratthani wartet.

Rock ’n‘ Roll! 😉

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Indy
Indy
Indy ist MuayThai Kämpferin & passionierte Backpackerin aus Deutschland, arbeitet selbständig als "Sport & Media Entrepreneur" und Blogger und hat ein Faible für ausgedehnte Fern-(Sport & Abenteuer-) Reisen.