13.Juni 15.35 (PM) – Ortszeit:

13.Juni 15.35 (PM) – Ortszeit:

GER: 14.Juni 22.35 (PM):

Sind von den Emberas zurück!

Nach 45 Minuten im Kanu den Río Chagres hoch, bei Regen, der einen nach Noah Ausschau halten lässt, waren wir gestern dann bis auf die Haut vollkommen durchnässt und total verdreckt um drei Uhr Nachmittags endlich im Dorf angekommen.

Dort wartete erst einmal eine böse Überraschung: Für Übernachtung, Essen und Filmen wollten die Menschen dort 600 US Dollar von uns haben!! Ein kleiner Schock, der die Situation noch LEICHT verschlimmerte.

Aber wir waren ja nicht zum “Wieder gehen” gekommen, als diskutierten wir zwei Stunden mit dem stellvertretenden Häuptling des Dorfes, der gottseidank englisch sprach, über den Preis. Die Blicke der Leute und des “Marketings”, einem wahrscheinlich selbst ernannten Einwohner, der von Marketing mal so gar keine Ahnung hatte, wurden immer düsterer. So langsam machte ich mir dann doch Gedanken über eine gesunde, bzw. pünktliche Heimkehr.

Aber: Am Ende halfen der unschlagbare Charme meines Vaters (“Watt? Soviel? Kannste mal voll vergessen!”), sowie eine spontane Idee meinerseits (“Film is good promotion, muchas promotion, more people come…”, daraufhin der Häuptling: “Welcome!”). Wir einigten uns also am Ende auf 280 Dollar “all-inclusive”. Trocken waren wir damit aber immer noch nicht.

Aber immerhin bekamen wir ein recht schmackhaftes Essen. Der Küchenchef empfahl “Chicken”, Fisch sei leider aus. Alles klar, nehmen wir. Das üppige Mal roch und schmeckte dann doch recht fischig…lag wohl an dem gebratenen Fisch, den wir bekamen…egal, auch gut.. aber wirklich lecker!

Dann wurde sogar für uns getanzt und gesungen, wobei es mittlerweile so dunkel war, dass wir von den Dorfbewohnern nicht wirklich etwas sahen.

Dann wurden zwei kleine Matratzen organisiert, während wir uns mit unserem Häuptling über das ein oder andere Thema unterhielten. Dank seiner Englischkenntnisse blieb mir weiteres peinliches Spanisch-Gestammel erspart… (Gruß an die Spanischlehrerin aus Abiturzeiten: Mea Culpa, ich hol’s nach! Versprochen!!!) Dann hieß es: Auf Horchposten! Im wahrsten Sinne!

Nach einem äusserst spannenden Toilettengang mitten in einem Gebüsch und viel Gekicher legten wir uns dann mit einem Bettlaken (als Decke) bewaffnet auf die Matratzen.

Zunächst waren wir komplett im Ar*** und recht schnell eingeschlafen. Das war jedoch zumindest bei mir sehr schnell wieder vorbei. Mitten in der Dunkelheit hörte ich ein hechelndes Geräusch, dann ein Trappeln…und es kam näher… leise und unauffällig tastete ich nach meinem Messer… (Intelligenter Weise am Gürtel am Körper gelassen!). Bevor ich es jedoch zücken konnte, war es auch schon passiert. Eine riesige Zunge schnellte aus der Dunkelheit hervor und schleckte mir einmal mitten durchs Gesicht!

(Kurzer Einwurf: Warum passiert sowas eigentlich immer nur mir??)

Ich erschreckte mich dermaßen, dass ich im wegwälzen den armen Dorfhund mit über die Decke nahm und ihn unter mir halb begrub. Mit einem Jaulen suchte er schleunigst das Weite und ich sortierte mich erst einmal neu…

Danach ließ ich die Ecke, aus der er gekommen war, nicht mehr aus den Augen…und entdeckte noch einige andere Schatten, die mir ganz und gar nicht gefielen! Nach einer halben Stunde der Unbeweglichkeit wurde mir meine Haltung aber extrem unbequem und ich beschloss, noch einmal auf Horchposten zu gehen. Ich konnte sogar, von einigen kurzen Ausnahmen abgesehen, sogar ganz gut schlafen, zumindest, bis die Stille durch ein “Bist du auch wach? Musst du auch aufs Klo?” unterbrochen wurde.

Um halb sechs Uhr morgens war die Nacht aber dann auch schon wieder vorbei. Der Hahn des Dorfes machte uns unweigerlich klar, dass wir nun genug auf dem Holzboden in der Gemeinschaftshütte gepennt hatten.

Nach einem “Buenas días” von unserem neuen Indio Freund “Mateo” war schnell klar: Für die 280 Dollar durften wir jetzt sogar auch filmen! Toll! Und wieder hatte ein Plan funktioniert! Dafür wird man gerne nass und schläft mitten in den Tropen auf einem Holzboden!

Das Frühstück, vorher wiederum als “Chicken” angekündigt, schmeckte wieder sehr sehr gut, wieder aber mehr nach Fisch als nach Chicken! Dazu gab es frittierte Bananenstücke! Ehrlich! Ohne Scherz! Man nehme Bananen, schneide sie wie beim Marathon in kleine Stücke und schmeiße sie zusammen mit gefühlten fünf Liter Öl für drei Minuten in einen Topf.

Die dann lustig aussehenden Stücke werden dann so lange zermatscht, bis aus ihnen eine Art Kartoffel..pardon..Bananenpuffer entsteht. Überraschender Weise schmeckte dieses exotische Frühstück erstaunlich gut.

So gestärkt ging es also ans Filmen. Bzw…wir WOLLTEN ans Filmen gehen!!! Schreck lass nach: Die Kamera war von Innen beschlagen! Wir sahen hier bereits das Ende unserer Dreharbeiten in Panama! Von aussen beschlagen, Kondenswasser…kein Thema! Trocknen lassen oder mit einem Tuch vorsichtig säubern und ran ans Werk. Aber im Objektiv selbst, wo man so einfach nicht rankommt, verheißt ein milchiger Film aus kleinen Tröpfchen nichts gutes!

Einige bange Minuten vergingen…nichts geschah… doch plötzlich, wie von Geisterhand (und davon hatten wir bei den Indios sicher genug!) verschwanden die Tropfen im Objektiv und die Linse wurde klar!

Wir bekamen spielende Kinder, kochende Frauen, eine Menge Palmen und Laubbäume, sowie (und das war das Beste! ) eine Menge halbnackter Männer vor die Kamera! Da liegt es doch nur nahe, wenn man das ein oder andere während dem Interview vergisst….

“Ähm…Jungs…was wollte ich euch gerade noch fragen??”

“AH..habs wieder: Sacht mal WO habt ihr denn eigentlich diese hübschen Gardienen her??”

Kein weiterer Kommentar dazu!!!

Zum Abschied haben dann zur Freude des Chefs noch ein paar Frauen für uns getanzt, danach ging es mit dem Einbaum zur Open Air Dusche mit angrenzendem Freibad! Einfach nur toll, vorallem wenn man es selbst einmal ausprobieren darf!!!

Dann war unser Dschungel Abenteuer auch schon wieder vorbei. Der Rückweg flussabwärts ging deutlich schneller und wir erreichten den spontan getauften “Indio Hafen” bereits nach ca. 20min. Wir blieben sogar einigermaßen trocken, stanken aber dermaßen wie eine Horde Wildtiere, dass es besser war bald das Weite zu suchen.

Wir verbschiedeten uns von unseren neuen panamamanischen Freunden und versprachen auch wirklich “good promotion” zu machen.

Zurück im Hotel wurde dann erst einmal die Minibar geplündert.

Kamera, Stativ..eigentlich so ziemlich alles schrie geradezu lauthals nach Grundüberholung und bedurfte einer gründlichen Wäsche. Das nahmen wir uns natürlich nach Abschluss der nötigsten Arbeiten ebenfalls zu Herzen und stürzten uns nach einem kleinen Regenschauer (der uns kaum auffiel^^) in den Pool.

Schließlich schlossen wir unseren Tag mit einem eiskalten Corona in der benachbarten Bar ab und freuten uns über ein saftiges Steak.

Morgen geht’s dann auf den Katamaran…

Bleibt dran! Mehr Fotos aus dem Dschungel gibt’s ab Nachmittag im Fotoarchiv!

Yours

Nina

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